Das Thema PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) rückt in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus – sowohl in den Medien als auch im Praxisalltag von Onat Temme (Diätassistentin, VFED-zertifiziert / Heilpraktikerin, BDH-registriert). Umso mehr hat es uns von Weiterbildung Ernährung gefreut, im September erstmals das Seminar „Ernährungstherapie bei PCOS“ anbieten zu können. Die große Nachfrage bestätigte unser Gefühl: Das Interesse unter Ernährungsfachkräften ist groß – die Plätze waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht.

Anspruchsvolle medizinische Grundlagen verständlich erklärt

Wie viele unserer Seminare begann auch dieses mit einer fundierten Einführung in die medizinischen Grundlagen des PCOS. Nach aktuellem Wissensstand sind etwa 8 bis 13 % aller Frauen im reproduktiven Alter betroffen. Obwohl die genaue Ursache der Erkrankung bislang nicht eindeutig geklärt ist, sind ihre Symptome und Begleiterkrankungen für die therapeutische Betreuung von zentraler Bedeutung.

Eine der häufigsten Komorbiditäten – und zugleich ein Verstärkungsfaktor – ist Übergewicht bzw. Adipositas. Studien zeigen deutlich: Bereits ein Gewichtsverlust von etwa 5 % kann klinische Symptome wie Zyklusstörungen, Anovulation und Einschränkungen der Reproduktionsfunktion verbessern. Zudem kann eine moderate Gewichtsreduktion die Insulinresistenz positiv beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Neben der konservativen Adipositastherapie gewinnen auch medikamentöse und chirurgische Ansätze zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus treten bei vielen Patientinnen psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Essstörungen (z. B. Bulimia nervosa, Anorexia nervosa, Binge-Eating-Störung) auf.
Frau Temme betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung empathischer Kommunikation: „Hören Sie Ihren Patientinnen genau zu – manchmal lassen sich durch Zwischentöne oder kleine Nebensätze wichtige Hinweise auf Komorbiditäten erkennen.“

 

Praxisnahe Tipps und erprobte Strategien

In der Ernährungstherapie wird derzeit eine ausgewogene, individuell angepasste Ernährung empfohlen, die die persönlichen Bedürfnisse und Lebensumstände der Patientinnen berücksichtigt. Zwar gibt es bisher nur begrenzte wissenschaftliche Daten zu spezifischen Ernährungskonzepten bei PCOS, doch lassen sich aus der Praxis wertvolle Ansatzpunkte ableiten.

So konnte Frau Temme bei vielen Patientinnen gute Erfolge mit einer kohlenhydratreduzierten Kost erzielen – insbesondere in Hinblick auf die Verbesserung der Insulinresistenz. Auch Studien belegen positive Effekte einer Ernährung mit niedrigem glykämischen Index bzw. niedriger glykämischer Last auf das kardiovaskuläre und reproduktive Risikoprofil.

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Lebensrealität der Patientinnen:
„Selber kochen und backen – so natürlich wie möglich, soweit es zeitlich klappt!“, lautet Frau Temmes alltagstauglicher Leitsatz.

Darüber hinaus betont sie die ganzheitliche Bedeutung der Lifestyle-Modifikation. Neben der Ernährung spielen ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und ein bewusster Umgang mit Alkohol eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Symptomkontrolle bei PCOS.

Mein persönliches Fazit

Das Seminar bot eine gelungene Mischung aus wissenschaftlich fundierten Informationen und praxisnahen Impulsen. Die Teilnehmerinnen nahmen nicht nur wertvolles Fachwissen, sondern auch viele konkrete Tipps für die Beratungspraxis mit – ein rundum bereicherndes Seminar für alle, die Frauen mit PCOS ernährungstherapeutisch begleiten. Mit der angenehmen Stimme und Art von Frau Temme verging das Seminar wie im Flug und ich bin mir sicher, dass wird nicht mein letztes Seminar von und mit Onat Temme gewesen sein.

Geschrieben von Teresa Bamberger

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Hier geht es direkt zur Buchung des Seminars im Mai 2026.

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