Essstörungen sind komplex – und für Ernährungsexpert*innen oft eine besondere Herausforderung. Die Arbeit mit Essstörungen erfordert eine vertiefte Auseinandersetzung auf Symptomebene. Genau hier bot das Seminar „Ernährungsexperten als Co-Therapeuten bei verschiedenen Formen von Essstörungen“ eine wertvolle Ergänzung. An drei Abenden konnten sich die Teilnehmerinnen praxisnahes Wissen aneignen und pädagogisch-therapeutische Beratungsmethoden kennenlernen. Viele der Teilnehmerinnen hatten durch ihre Arbeit in Kliniken oder durch ambulante Beratungen bereits Erfahrungen im Umgang mit Essstörungen.

Abend 1: „Die Vermeidung vermeiden“ – Anorexie besser verstehen

Der erste Abend widmete sich der Anorexie. Unter dem Motto „Die Vermeidung vermeiden“ wurden zahlreiche praktische Tools vorgestellt, die direkt in der Beratung eingesetzt werden können. In Kleingruppen hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, die Methoden selbst zu erproben und ihre Erfahrungen aus der eigenen Arbeit einzubringen. Besonders im Fokus standen Techniken zur Gedankenanalyse und zur Umformulierung von Denkmustern, die dabei helfen, essstörungstypische Symptome besser zu verstehen und die Inhalte praxisnah in den Beratungsalltag zu integrieren.

Abend 2: „Raus aus der Heimlichkeit“ – Bulimie sichtbar machen

Am zweiten Abend stand Bulimie im Fokus. Nach einer kurzen Rückblick- und Feedbackrunde zum ersten Teil, in der einige Teilnehmerinnen bereits Erfolge mit den vorgestellten Methoden teilen konnten, ging es um passende Beratungstools: Dazu gehörten unter anderem die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung, der Einsatz von Notfallkoffern, Skills sowie Verhaltensanalysen. Die interaktiven Übungen sorgten dafür, dass die Inhalte direkt im eigenen Beratungskontext angewendet werden konnten.

Abend 3: „Ressourcen stärken“ – Binge Eating im Blick

Der letzte Abend konzentrierte sich auf die Binge-Eating-Störungen. Nach der fachlichen Abgrenzung zur Bulimie lag der Schwerpunkt auf Ressourcenstärkung, Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Lebensmittel-Expositionen. Die Teilnehmerinnen konnten verschiedene Tools kennenlernen und direkt üben, wie sie ihre Klient*innen bestmöglich unterstützen können. Im Anschluss wurden offene Fragen geklärt und die Teilnehmerinnen konnten sich untereinander austauschen.

Die Referentin: Fachwissen trifft Praxis

Frau Beinlich, erfahrene Expertin im Bereich Essstörungen, leitete das Seminar mit großer Fachkompetenz und viel Praxisnähe. Sie beantwortete Fragen, ermöglichte den Austausch unter den Teilnehmerinnen und sorgte dafür, dass Theorie und Praxis eng miteinander verbunden wurden.

Fazit

Das Seminar zeigte: Ernährungsexpertinnen können weit mehr als nur Esspläne erstellen. Mit den richtigen Tools und einem offenen Austausch werden sie zu wichtigen Co-Therapeutinnen für Menschen mit Essstörungen – ob im stationären oder ambulanten Setting.
Wir haben den Titel dieses Seminares 2026 geändert in „Ernährungsfachkräfte als wirksame Begleiter im Therapieprozess bei Essstörungen“, damit sich auch ambulante Kolleg*innen angesprochen fühlen, die nicht unmittelbar mit Psychotherapeut*innen zusammenarbeiten.

Interesse geweckt?

Wenn auch Sie ihr Wissen im Bereich Essstörungen erweitern möchten, finden Sie bestimmt das passende Seminar bei uns. Die Seminare sind für verschiedene Erfahrungslevels angepasst – vom Einsteiger bis zum Profi.

Ernährungstherapie bei Essstörungen: Einsteiger-Seminar, ab dem 18.09.2026
Fallbesprechungen: Ernährungstherapie bei Essstörungen, ab dem 23.02.2026
Essenspläne für Klientinnen mit einer Essstörung gestalten, 22.04.2026, 13.11.2026
„Picky Eating“ in der Ernährungstherapie, 12.06.2026
Ernährungsfachkräfte als wirksame Begleiter im Therapieprozess bei Essstörungen, 10.11.2026

Geschrieben von Merle Wilms

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Merle Wilms für ihren tollen Seminarbericht!

Mehr Informationen zu den Seminaren von Frau Beinlich finden Sie hier.

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